F.A.Q.
Was ist Autogas?
Autogas oder Flüssiggas sind Mischungen aus Propan und Butan. Autogas wird auch als LPG bezeichnet, was für "Liquified Petroleum Gas" steht. Flüssiggas fällt als Koppelprodukt in der Raffinerie oder direkt am Bohrloch als sogenanntes "nasses Begleitgas" an.
Was ist Erdgas?
Erdgas besteht überwiegend aus Methangas. Die weltweiten Reserven von Erdgas übersteigen die vom Erdöl und somit auch von Reserven von Benzin- und Dieselkraftstoff.
Was ist eigentlich Flüssiggas?
Für die, die es gerne wissenschaftlich haben, hier die chemische Antwort:
Flüssiggas ist ein Gemisch der Kohlenwasserstoffe Propan und Butan. Im Normalzustand ist Flüssiggas gasförmig. Doch Flüssiggas hat die Eigenschaft, sich bereits bei geringen Temperaturen (Raumtemperatur) und unter relativ geringem Überdruck zu verflüssigen. Unter diesen Bedingungen wird es zu „Flüssiggas“ und verringert dabei sein Volumen um das 260-fache. Große Energiemengen können so in relativ kleinen Behältern gelagert und transportiert werden.
Quelle: www.westfa.de
Was sind die Unterschiede zwischen Erdgas und Flüssiggas?
Erdgas ist Methangas und Flüssiggas ist eine Mischung aus Propan- und Butangas. Erdgas wird im Fahrzeug mit einem Druck von 200 bar gasförmig gespeichert. Flüssiggas wird in flüssiger Form im Fahrzeug gespeichert. Flüssiggas ist vielen auch bekannt vom Camping (Campinggas ist auch Flüssiggas oder auch im Feuerzeug ist Flüssiggas). Da sich Autogas (auch Flüssiggas oder LPG genannt) bereits bei niedrigem Druck verflüssigt, lässt sich zum Vergleich zur Erdgas- Speicherung eine höhere Speicherdichte und somit auch ein größerer Aktionsradius erzielt.
Darf ich mit meinem Flüssiggasfahrzeug auch Erdgas tanken?
Nein, das dürfen Sie nicht. Erdgas wird mit einem Druck von ca. 200 bar und höher gespeichert im Gegensatz zum Autogastank, da beträgt der Druck nur ca. 8 bar. Der Autogastank würde dabei explodieren!!! Bitte versuchen Sie dieses erst gar nicht auszuprobieren. Es ist auch nicht möglich, ausversehen das falsche Gas zu tanken. Erd- bzw. Autogas haben verschiedene Tankadapteranschlüsse. Dieses schließt aus, dass Sie ausversehen das falsche Gas tanken.
Was sind bivalente Fahrzeuge?
Bivalente Fahrzeuge, sind Fahrzeuge, die neben dem Gastank weiterhin über den ursprünglichen Benzintank verfügen und somit beide Kraftstoffarten nutzen können.
Was sind monovalente Fahrzeuge?
Monovalente Fahrzeuge, sind Fahrzeuge, die ausschließlich mit Flüssiggas oder Erdgas fahren. Diese Fahrzeuge haben einen maximalen Benzintank-Inhalt von 15l.
Welche Fahrzeuge können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden und mit welchen System?
Es kann jedes Fahrzeug mit Benzinmotor umgerüstet werden. Neuerdings ist es auch möglich Direkteinspritzer auf Autogas umzurüsten. Es gibt verschiedene Varianten von Autogasanlagen für verschiedene Fahrzeugtypen. So unterscheiden wir in folgende Fahrzeugtypen:
- Venturitechnik:
Die Venturitechnik ist die älteste und eine preiswerte Lösung. Bei dieser Anlage wird ein unterdruckgesteuertes Dosierventil in den Ansaugstutzen montiert und das Gas unter Druck gesteuert und dosiert. Durch die Verengung des Ansaugquerschnitts ist mit einem leichten Leistungsverlust und einem höheren Mehrverbrauch zu rechnen. Diese Anlagentechnik ist bis zur Abgasnorm EURO2 ohne Verlust der Steuerklasse geeignet.
- Teilsequenzielle Anlagen:
Teilsequenzielle Anlagen werden durch ein Dosierventil elektronisch gesteuert, welches das Gas mittels eines sternförmigen Gasverteilers in die Ansaugstutzen der einzelnen Zylinder leitet. Eine Querschnittsverengung wie bei der Venturianlage und ein damit entstehender Leistungsverlust findet hier nicht statt. Diese Anlage verfügt häufig über ein eigenes programmierbares Kennfeld für den Gasbetrieb. Daher lassen sich auch ältere Fahrzeuge bis zur Schadstoffnorm Euro 3 mit diesem System ausstatten.
- Vollsequenzielle Anlagen:
Vollsequenzielle Anlagen verfügen über ein eigenen Einspritzinjector je Zylinder. Diese modernen Anlagen verfügen häufig nicht mehr über eigene Kennfeldgeber, sondern rechnen das im Bordcomputer abgelegte Einspritzkennfeld für Benzin auf äquivalente Gasmengen um. Daher ist die Umrüstung und Programmierung einfacher, erfordert jedoch einen mit der OBD2-Schnittstellennorm ausgestatteten PKW (ab Baujahr 1999 in jedem Fahrzeug). Die Abgasnorm EURO 4 wird problemlos erreicht bzw. unterboten.
Bedingung ist derzeit eine gültige Abgasbestätigung für das Fahrzeug(Abgasnorm entsprechend dem Fahrzeug), das sonst die Abnahme über den TÜV in Deutschland nicht gewährleistet ist. Ebenso ist eine Bescheinigung über den korrekten Einbau, als auch eine Dichtheitsprüfung nötig.
Achtung: Diese Nachweise sind oft bei im Ausland eingebauten Anlagen nicht vorhanden oder nicht gültig!
Können auch Dieselfahrzeuge auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden?
Ja es gibt Umrüstmöglichkeit auf den Diesel-Autogas Betrieb beziehungsweise den Diesel-Erdgas Betrieb. Dabei wird ein mageres Gas-Luftgemisch mit Hilfe des in den Brennraum eingespritzten Dieselkraftstoffs gezündet. Dieses Verfahren wurde bereits im Jahr 1920 entwickelt. Diese Technik ist zur Nachrüstung für Pkws ist allerdings nicht sinnvoll. Für Transporter und Wohnmobile werden demnächst andere Lösungen angeboten.
Die Nachrüstung von dieselbetrieben Nutzfahrzeugen wird wirtschaftlich interessant, wenn der Dieselpreis mit dem Benzinpreis gleich liegt. Die Nachrüstung von neueren schadstoffarmen Dieselmotoren ist aber ökologisch sehr bedenklich, da die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden ansteigen.
Können auch Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung nachgerüstet werden?
Ja. Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung VW FSI können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden. Motoren mit Benzindirekteinspritzung sind Motoren mit innerer Gemischbildung. Das Benzin wird also direkt in den Brennraum eingebracht. Somit kann man im Brennraum ein inhomogenes Kraftstoff-Luft Gemisch erzeugen und den Motor somit teilweise entdrosseln, was zu einer Kraftstoffverbrauchsreduzierung führt. Gasanlagen bringen das Gas in die Ansaugwege ein (äußere Gemischbildung). Mit der äußeren Gemischbildung werden immer homogene Kraftstoff-Luftgemische erzeugt. Die Umrüstung eines Motors mit Benzindirekteinspritzung ist somit technisch nicht sinnvoll. Die Nachrüstung von Benzindirekteinspritzmotoren ist immer mit hohen Verbrauchsnachteilen, schlechter Fahrbarkeit, schlechter Leerlaufqualität und hohen Abgasemissionen verbunden. Auch Schädigungen der Abgasreinigungsanlage können nicht ausgeschlossen werden.
Wieviel kostet eine Gasnachrüstung?
Die Kosten für eine Autogasnachrüstung liegen ca. zwischen Euro 1650,- und Euro 3750,- Die Kosten für eine Erdgasnachrüstung fallen höher aus. Sie leigen bei ca. Euro 3500,- und Euro 5000,-. Die Umrüstkosten sind abhängig vom Motortyp (Zentraleinspritzung= Single Point Injektion, Mehrpunkteinspritzung= Multi Point Injektion oder Direkteinspritzung= Direkt Injektion),Zylinderzahl, Baujahr und Leistung. Weiter spielt ein Rolle die größe und die Anzahl der Tanks eine Rolle. Eine Billigumrüstungen für Neufahrzeuge ist nicht zu empfehlen.
Wie hoch ist die Ersparnis bei einer Gasnachrüstung?
Die Wirtschaftlichkeit einer Gasnachrüstung ergibt sich im Wesentlichen aus den Nachrüstkosten, der Jahreslaufleistung und dem Kraftstoffverbrauch, sowie den damit verbundenen Treibstoffkosten. Der Preis für einen Liter Autogas liegt in Deutschland zwischen 0,61 €/Liter und 0,69 €/Liter.
Achtung: Aus dem geringeren volumetrischen Energiegehalt ergibt sich im Autogasbetrieb ein mehrverbrauch von ca.10 bis 30%.
Was bringt mir die Umrüstung finanziell ein?
Es gibt verschiedene Rechenbeispiele. Im Durchschnitt hat sich eine Umrüstung in 2 bis 2,5 Jahren armortisiert. Die Benzinpreise werden über kurz oder lang wieder stark ansteigen. Die Gaspreise liegen ca. bei der Hälfte der Kosten.
Kann ich nach einer Autogas-Umrüstung trotzdem noch mit Benzin fahren?
Selbstverständlich! Zusätzlich zum Benzintank erhält das Fahrzeug einen Gastank. Die Umschaltung zwischen beiden Kraftstoffen erfolgt automatisch, wenn die Betriebstemperatur des Wasserkreislaufs erreicht ist. Es ist aber auch manuell möglich. Sollte Ihnen einmal das Gas ausgehen, geht die Fahrt mit Benzin ganz normal weiter.
Wie wird Autogas im Fahrzeug gespeichert?
Grundsätzlich speichert man das Autogas in speziellen Tanks, die meist in der Radmulde des Ersatzrades integriert werden (Radmuldentank). Es gibt aber auch andere variable Möglichkeiten z.B.: Zylindertanks oder Unterflurtanks, die auch im Kofferraum oder am Fahrzeugboden montiert werden können.
Wie sieht es mit der Sicherheit von Gasfahrzeugen aus?
Ein mit Diesel oder Benzin betriebenes Auto birgt nicht die Sicherheit eines Gasfahrzeuges. Das rührt daher, dass durch die sehr hohe Belastbarkeit der Druckbehälter, gewährleistet durch Sicherheitsvorkehrungen, sich der Tank im Haveriefall stetig, aber kontrolliert entleert. Das Sicherheitsventil am Tank ist im Benzinbetrieb, als auch bei stehendem Motor geschlossen. Das Multiventil sorgt für rechtzeitiges Füllende und bietet somit Schutz vor Überfüllung.
Warum dürfen Autogastanks nicht vollständig gefüllt werden?
Gase können sich ausdehnen. Dabei spielen Temperaturunterschiede eine große Rolle. Durch die Spanne von 20% weniger wird somit eine ungewollte Gasabgabe vermieden.
Ist das Parken in Tiefgaragen mit einem Gasfahrzeug verboten?
Grundsätzliche nein. Einschränkungen gelten nur noch für das Saarland, Bremen und Berlin. Im Ernstfall fragen Sie den Betreiber der Tiefgarage.
Ist der Autogasbetrieb mit geringerer Motorleistung verbunden?
Unwesentlich! Die Motorleistung minimiert sich etwa zwischen 10% und 15%. Somit ist es für den Fahrer kaum merklich.
Was tun wir dabei für die Umwelt?
Eine ganze Menge! Die heutigen Gasanlagen unterschreiten deutlich die Grenzwerte EURO4. Neutrale Studien bestätigen die Reduzierung von Luftschadstoffen und Treibhausgasen.
Wie erkenne ich eine moderne Gasanlage?
Moderne Gasanlagen arbeiten wie moderne Benzineinspritzsysteme. Das Gas wird zylinderindividuell dosiert mittels Einblasventilen (sequentielle Gaseinblasung oder Einspritzung). Anlagen mit zentraler Gasdosierung (Venturisysteme) sind nicht geeignet zur Umrüstung von modernen Benzinmotoren.
Kann ich mein Fahrzeug selbst auf Autogas umrüsten?
Ganz einfach „ NEIN“!
Hier ist in jedem Fall der Fachmann gefragt.

Eine saubere Zukunft wünschen wir uns doch alle.
Also zeigen Sie Flagge und rüsten Sie noch heute Ihren Pkw auf Gas um.
Quelle: Deutscher Flüssiggasverband
Damit schonen Sie die Umwelt und auch Ihren Geldbeutel!
Wir beraten Sie gerne.
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